Stadt Müllheim im Markgräflerland

Tapinoma magnum (Große Drüsenameise)

direkt zur Info-Box springen

Informationen zur gebietsfremden Ameisenart »Tapinoma magnum«

Vermeiden · Erkennen · Melden · Bekämpfen

Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Ameisenart „Tapinoma magnum“ (Große Drüsenameise) bildet sogenannte Superkolonien und kann sich rasant ausbreiten. Für Mensch und Tier ist sie zwar nicht gefährlich, kann jedoch erhebliche Schäden an Gebäuden, Gärten und elektrischen Anlagen verursachen.

Arbeiterinnen von Tapinoma magnum an einem Gelköder – gut zu erkennen ist der beschriebene Größenpolymorphismus der Art, © Dr. M. Felke)
Arbeiterinnen von Tapinoma magnum an einem Gelköder – gut zu erkennen ist der beschriebene Größenpolymorphismus der Art, © Dr. M. Felke)
Informationen zur Ameisenart Tapinoma magnumPDF
172 kB
Betretungsrechtserklärung / HaftungsfreistellungPDF
156 kB
Gutachten »Dattingen« (Auszug)PDF
2 MB
Gutachten »Eichwald, Auf der Röthe« (Auszug)PDF
3 MB

 

Vermeidung der Ausbreitung

1. Pflanzen kontrollieren

Kleine Ameisennester können beispielsweise durch Pflanzen­töpfe in den heimischen Garten gelangen. Kontrollieren Sie noch vor dem Kauf oder Erhalt, ob sich an den Pflanzen Ameisen befinden. Hierzu empfiehlt es sich, die Pflanzen aus dem Topf zu nehmen und den Wurzelballen genau zu über­prüfen.

2. Keine Pflanzen verschenken

Verschenken Sie keine Topfpflanzen aus Ihrem Garten. Da­durch verringert sich das Risiko, dass Ameisen versehentlich an andere Orte gelangen und sich dort ausbreiten können.

3. Sorgen Sie für gute Sichtverhältnisse

Um frühzeitig zu erkennen, ob sich Tapinoma magnum an­siedeln, sollten regelmäßig Laub und Unkraut an Weges- und Grundstücksrändern entfernt werden. Dadurch lassen sich Ameisenstraßen und -nester schneller erkennen und ein­dämmen.

4. Nahrungsgrundlage entziehen

Vermeiden Sie die Kompostierung zuckerhaltiger oder pro­teinreicher Lebensmittelabfälle. Auf diese Weise wird den Ameisen eine wichtige Nahrungsquelle entzogen.

5. Der Umgang mit Grünschnitt

Ameisen können sich auch durch Grünschnitt verbreiten. Die Insekten nisten gern in den Wurzeln und legen dort ihre Eier ab. Anfallender Grünschnitt und Wurzelballen sind daher vor der Entsorgung zu untersuchen. Auch sollte das Grün mög­lichst geschnitten werden, wenn die Ameisen weniger aktiv sind (von Dezember bis Februar).

6. Bitte entsorgen Sie Gartenabfälle nur bei zugelassenen Annahmestellen und nie in der Natur.

Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Abfalltonne. Sollten sich darin auffällig viele Ameisen tummeln, empfiehlt sich der Einsatz von Kieselgur.


Wie erkennt man Tapinoma magnum?

1. Der Geruch

Zerdrückte Tapinoma-Ameisen verströmen einen chemisch­süßlichen Geruch, der an Aceton erinnert.

2. Die Körpergröße

Bei den Tapinoma-Arten unterscheiden sich die Arbeiterin­nen häufig in ihrer Größe. Die Länge variiert zwischen 2,5 und 3,5 Millimetern. Sind die Ameisen etwa gleich groß, ist es wahrscheinlich eine heimische Art.

3. Die Breite der Ameisenstraßen

Die einheimische Schwarze Wegameise bildet meist ein­spu­rige Ameisenstraßen. Tapinoma magnum hingegen be­wegen sich regelrecht auf mehrspurigen Ameisen-Autobah­nen.

4. Das Aussehen der Ameisenpuppen

Bei Ameisen unterscheidet man zwischen Nacktpuppen und Puppen im Kokon. Die Tapinoma magnum entwickelt sich aus Nacktpuppen ohne Kokon. Bereits im Puppenstadium lassen sich Einzelheiten der Tiere wie etwa Beine erkennen. Die Farbe der Eier und Puppen ist weiß-transparent.


Verdachtsfälle melden

Melden Sie mögliche Tapinoma-Nester an ameise_tm@muellheim.de

Betreff: Verdachtsfall Ameise
Name, Adresse, Telefon
Wohnverhältnisse
(Eigentum oder Miete)

Fotos

Wann wir Sie zwischen 8 und 16 Uhr erreichen können.

Meldeportal Baden-Württemberg
Sie können Vorkommen zusätzlich auch an das von den Naturkunde­museen Stuttgart und Karlsruhe koordinierte Tapinoma-Forschungsprojekt melden. Diese Meldung ersetzt nicht die Meldung an die Stadt.


Bekämpfungsverfahren auf Privatgrundstücken und im Haus

1. Physikalische Verfahren

Heißwasser: Bei gut zugänglichen Nestern lässt sich die Zahl der Ameisen mit dem Einsatz von Heißwasser auch auf Pri­vat­flächen reduzieren. Dabei ist zu beachten: Pflanzen in unmittelbarer Nähe können hierbei Schaden nehmen.

2. Nicht abflammen

Die Stadt Müllheim rät dringend von dieser Methode ab. Nester lassen sich dadurch nicht beseitigen. Zu­dem können durch den Einsatz von Abflammgeräten schnell un­ge­wollte Brände ausgelöst werden.

3. Ausbringen von Kieselgur

Kieselgur ist ein natürlicher Wirkstoff aus versteinerten Kie­selalgen und entzieht den Insekten die Feuchtigkeit, sodass sie austrocknen. Kieselgur muss trocken gelagert und ge­streut werden. Sie empfiehlt sich insbesondere in Räumen und überdachten Bereichen. Kieselgur erhalten Sie in Ge­schäften für Heimtierbedarf oder im Landhandel. Beim Aus­bringen von Kieselgur sind die Angaben des Herstellers zu beachten.

4. Hausmittel

Natron
Ameisen meiden Natron von Natur aus. Mit Puderzucker ver­mischt (im Verhältnis 1:1) kann es als Köderfalle eingesetzt werden. Diese Methode schadet lediglich den Ameisen-Arbeiterinnen, nicht aber deren Königinnen.

Essig
Mit Essigwasser (Verhältnis 1:1) kann zeitweise die Phero­mon­spur von Ameisen gestört werden. Ähnlich wie bei Duftstoffen wie z. B. duftenden Kräutern, Gewürzen und ätherischen Ölen werden die Ameisen hiermit jedoch nicht
abgetötet, sondern im besten Fall vertrieben.

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer Hausmittel, deren Wirksamkeit entweder nur sehr gering oder nicht nach­gewiesen ist.

5. Pestizide

Handelsübliche Ameisengifte zeigen keine oder nur eine
sehr geringe Wirksamkeit. Bei Bekämpfungsversuchen der
Stadt Zürich wurden spezielle zuckerhaltige Ködergele eingesetzt.

Maxforce Quantum
Maxforce Quantum enthält den Wirkstoff Imidacloprid, der verzögert wirkt und so die Ameisenkolonie bekämpft.

Advion Ameisen Gel
Advion Ameisen Gel nutzt den Wirkstoff Indoxacarb, der erst durch den Stoffwechsel der Ameisen aktiviert wird, was die Umweltbelastung minimiert.

Der Stadt Zürich gelang mit den genannten Wirkstoffen ein Teilerfolg: Eine Kolonie im Stadtgebiet konnte dort zwar ge­tilgt, die Ausbreitung der Tapinoma magnum allerdings nicht aufgehalten werden.

Profes­sio­nelle Schädlingsbekämpfung
Sollten Sie dennoch den Einsatz von Pestiziden auf Ihren Privatgrund erwägen, beauftragen Sie dazu eine profes­sio­nelle Schädlingsbekämpfungsfirma.

Da die verfügbaren Pestizide bei falscher Anwendung ge­sund­heitsschädlich sind, die Umwelt stark belasten und keinen dauerhaften Erfolg versprechen, wird der Einsatz von der Stadt nicht empfohlen.


Bekämpfung durch die Stadt Müllheim

Eine bereits etablierte Superkolonie vollständig zu tilgen, ist nahezu unmöglich. Allerdings lässt sich die Ausbreitung auf be­troffenen Gebieten durch konsequentes Handeln ein­däm­men.

Die Stadt Müllheim nutzt zur Eindämmung der Ameisen ein Heißwasserverfahren. Dabei werden freizugängliche Nester mit 95° C heißem Wasser zerstört und die Königinnen samt Brut abgetötet. Verdeckte Nester lassen sich mit dieser Metho­de allerdings nur bedingt bekämpfen.

Unter Umständen bekämpfen Mitarbeitende der Stadt die Ameisen auch auf Ihrem Grundstück.
Zunächst wird der Fund begutachtet. Bestätigt sich der Ver­dacht und ist eine Bekämpfung er­folgversprechend, benötigt die Stadt eine von den Eigentümern unter­schrie­bene Be­tre­tungs­rechts­erklärung und Haftungsfreistellung. Das For­mular erhalten Sie im Rathaus, bei den Ortsverwaltungen

Betretungsrechtserklärung / HaftungsfreistellungPDF
172 kB