Informationen zur gebietsfremden Ameisenart »Tapinoma magnum«
Vermeiden · Erkennen · Melden · Bekämpfen
Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Ameisenart „Tapinoma magnum“ (Große Drüsenameise) bildet sogenannte Superkolonien und kann sich rasant ausbreiten. Für Mensch und Tier ist sie zwar nicht gefährlich, kann jedoch erhebliche Schäden an Gebäuden, Gärten und elektrischen Anlagen verursachen.

| Informationen zur Ameisenart Tapinoma magnum | PDF 172 kB |
| Betretungsrechtserklärung / Haftungsfreistellung | PDF 156 kB |
| Gutachten »Dattingen« (Auszug) | PDF 2 MB |
| Gutachten »Eichwald, Auf der Röthe« (Auszug) | PDF 3 MB |
Vermeidung der Ausbreitung
1. Pflanzen kontrollieren
Kleine Ameisennester können beispielsweise durch Pflanzentöpfe in den heimischen Garten gelangen. Kontrollieren Sie noch vor dem Kauf oder Erhalt, ob sich an den Pflanzen Ameisen befinden. Hierzu empfiehlt es sich, die Pflanzen aus dem Topf zu nehmen und den Wurzelballen genau zu überprüfen.
2. Keine Pflanzen verschenken
Verschenken Sie keine Topfpflanzen aus Ihrem Garten. Dadurch verringert sich das Risiko, dass Ameisen versehentlich an andere Orte gelangen und sich dort ausbreiten können.
3. Sorgen Sie für gute Sichtverhältnisse
Um frühzeitig zu erkennen, ob sich Tapinoma magnum ansiedeln, sollten regelmäßig Laub und Unkraut an Weges- und Grundstücksrändern entfernt werden. Dadurch lassen sich Ameisenstraßen und -nester schneller erkennen und eindämmen.
4. Nahrungsgrundlage entziehen
Vermeiden Sie die Kompostierung zuckerhaltiger oder proteinreicher Lebensmittelabfälle. Auf diese Weise wird den Ameisen eine wichtige Nahrungsquelle entzogen.
5. Der Umgang mit Grünschnitt
Ameisen können sich auch durch Grünschnitt verbreiten. Die Insekten nisten gern in den Wurzeln und legen dort ihre Eier ab. Anfallender Grünschnitt und Wurzelballen sind daher vor der Entsorgung zu untersuchen. Auch sollte das Grün möglichst geschnitten werden, wenn die Ameisen weniger aktiv sind (von Dezember bis Februar).
6. Bitte entsorgen Sie Gartenabfälle nur bei zugelassenen Annahmestellen und nie in der Natur.
Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Abfalltonne. Sollten sich darin auffällig viele Ameisen tummeln, empfiehlt sich der Einsatz von Kieselgur.
Wie erkennt man Tapinoma magnum?
1. Der Geruch
Zerdrückte Tapinoma-Ameisen verströmen einen chemischsüßlichen Geruch, der an Aceton erinnert.
2. Die Körpergröße
Bei den Tapinoma-Arten unterscheiden sich die Arbeiterinnen häufig in ihrer Größe. Die Länge variiert zwischen 2,5 und 3,5 Millimetern. Sind die Ameisen etwa gleich groß, ist es wahrscheinlich eine heimische Art.
3. Die Breite der Ameisenstraßen
Die einheimische Schwarze Wegameise bildet meist einspurige Ameisenstraßen. Tapinoma magnum hingegen bewegen sich regelrecht auf mehrspurigen Ameisen-Autobahnen.
4. Das Aussehen der Ameisenpuppen
Bei Ameisen unterscheidet man zwischen Nacktpuppen und Puppen im Kokon. Die Tapinoma magnum entwickelt sich aus Nacktpuppen ohne Kokon. Bereits im Puppenstadium lassen sich Einzelheiten der Tiere wie etwa Beine erkennen. Die Farbe der Eier und Puppen ist weiß-transparent.
Verdachtsfälle melden
Melden Sie mögliche Tapinoma-Nester an ameise_tm@muellheim.de
Betreff: Verdachtsfall Ameise
Name, Adresse, Telefon
Wohnverhältnisse
(Eigentum oder Miete)
Fotos
Wann wir Sie zwischen 8 und 16 Uhr erreichen können.
Meldeportal Baden-Württemberg
Sie können Vorkommen zusätzlich auch an das von den Naturkundemuseen Stuttgart und Karlsruhe koordinierte Tapinoma-Forschungsprojekt melden. Diese Meldung ersetzt nicht die Meldung an die Stadt.
Bekämpfungsverfahren auf Privatgrundstücken und im Haus
1. Physikalische Verfahren
Heißwasser: Bei gut zugänglichen Nestern lässt sich die Zahl der Ameisen mit dem Einsatz von Heißwasser auch auf Privatflächen reduzieren. Dabei ist zu beachten: Pflanzen in unmittelbarer Nähe können hierbei Schaden nehmen.
2. Nicht abflammen
Die Stadt Müllheim rät dringend von dieser Methode ab. Nester lassen sich dadurch nicht beseitigen. Zudem können durch den Einsatz von Abflammgeräten schnell ungewollte Brände ausgelöst werden.
3. Ausbringen von Kieselgur
Kieselgur ist ein natürlicher Wirkstoff aus versteinerten Kieselalgen und entzieht den Insekten die Feuchtigkeit, sodass sie austrocknen. Kieselgur muss trocken gelagert und gestreut werden. Sie empfiehlt sich insbesondere in Räumen und überdachten Bereichen. Kieselgur erhalten Sie in Geschäften für Heimtierbedarf oder im Landhandel. Beim Ausbringen von Kieselgur sind die Angaben des Herstellers zu beachten.
4. Hausmittel
Natron
Ameisen meiden Natron von Natur aus. Mit Puderzucker vermischt (im Verhältnis 1:1) kann es als Köderfalle eingesetzt werden. Diese Methode schadet lediglich den Ameisen-Arbeiterinnen, nicht aber deren Königinnen.
Essig
Mit Essigwasser (Verhältnis 1:1) kann zeitweise die Pheromonspur von Ameisen gestört werden. Ähnlich wie bei Duftstoffen wie z. B. duftenden Kräutern, Gewürzen und ätherischen Ölen werden die Ameisen hiermit jedoch nicht
abgetötet, sondern im besten Fall vertrieben.
Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer Hausmittel, deren Wirksamkeit entweder nur sehr gering oder nicht nachgewiesen ist.
5. Pestizide
Handelsübliche Ameisengifte zeigen keine oder nur eine
sehr geringe Wirksamkeit. Bei Bekämpfungsversuchen der
Stadt Zürich wurden spezielle zuckerhaltige Ködergele eingesetzt.
Maxforce Quantum
Maxforce Quantum enthält den Wirkstoff Imidacloprid, der verzögert wirkt und so die Ameisenkolonie bekämpft.
Advion Ameisen Gel
Advion Ameisen Gel nutzt den Wirkstoff Indoxacarb, der erst durch den Stoffwechsel der Ameisen aktiviert wird, was die Umweltbelastung minimiert.
Der Stadt Zürich gelang mit den genannten Wirkstoffen ein Teilerfolg: Eine Kolonie im Stadtgebiet konnte dort zwar getilgt, die Ausbreitung der Tapinoma magnum allerdings nicht aufgehalten werden.
Professionelle Schädlingsbekämpfung
Sollten Sie dennoch den Einsatz von Pestiziden auf Ihren Privatgrund erwägen, beauftragen Sie dazu eine professionelle Schädlingsbekämpfungsfirma.
Da die verfügbaren Pestizide bei falscher Anwendung gesundheitsschädlich sind, die Umwelt stark belasten und keinen dauerhaften Erfolg versprechen, wird der Einsatz von der Stadt nicht empfohlen.
Bekämpfung durch die Stadt Müllheim
Eine bereits etablierte Superkolonie vollständig zu tilgen, ist nahezu unmöglich. Allerdings lässt sich die Ausbreitung auf betroffenen Gebieten durch konsequentes Handeln eindämmen.
Die Stadt Müllheim nutzt zur Eindämmung der Ameisen ein Heißwasserverfahren. Dabei werden freizugängliche Nester mit 95° C heißem Wasser zerstört und die Königinnen samt Brut abgetötet. Verdeckte Nester lassen sich mit dieser Methode allerdings nur bedingt bekämpfen.
Unter Umständen bekämpfen Mitarbeitende der Stadt die Ameisen auch auf Ihrem Grundstück.
Zunächst wird der Fund begutachtet. Bestätigt sich der Verdacht und ist eine Bekämpfung erfolgversprechend, benötigt die Stadt eine von den Eigentümern unterschriebene Betretungsrechtserklärung und Haftungsfreistellung. Das Formular erhalten Sie im Rathaus, bei den Ortsverwaltungen
| Betretungsrechtserklärung / Haftungsfreistellung | PDF 172 kB |