Stadt Müllheim im Markgräflerland

Invasive Ameisenart Tapinoma Magnum in Müllheim

Pressemitteilung vom 03.06.2026

Biologische Gutachten bestätigen zwei lokale Befallsgebiete mit der invasiven Ameisenart

Die Stadtverwaltung Müllheim im Markgräflerland informiert: Nach zwei Ortsbegehungen und den fachlichen Gutachten von Dr. Martin Felke (Institut für Schädlingskunde) wurde das Vorkommen der invasiven Ameisenart Tapinoma Magnum in zwei klar abgegrenzten Bereichen der Stadt bestätigt. Die Gutachten dokumentieren Fundorte, Ausdehnung und Empfehlungen für das weitere Vorgehen – die Stadt plant nun Informationsabende für die Einwohner der betroffenen Gebiete.

Wo liegen die festgestellten Befallsgebiete?

  • Dattingen (Bereich „Im Eckfeld“/Gradweg/Fliederweg)
    In diesem Gebiet wurde eine Superkolonie mit mehreren Teilnestern entlang von Bordsteinkanten, in Rissen der Asphaltdecke, auf gepflasterten Einfahrten und in kurz gemähten Böschungen nachgewiesen. Ein isolierter Fundort wurde außerdem in einem Garten in der Winzerstraße dokumentiert.
  • „Am Eichwald“ / „Auf der Röte“
    Hier wurden zahlreiche Erdnester in Rissen im Bürgersteig, an Bordsteinkanten, auf gepflasterten Einfahrten und in kurz gemähten Flächen festgestellt; der Bereich rund um den Wendehammer ist besonders stark betroffen.

Was sind die wichtigsten Erkenntnisse aus den Gutachten?

  • Es handelt sich in beiden Gebieten jeweils um Superkolonien von Tapinoma Magnum; die Art bildet viele miteinander verbundene Teilnester mit permanentem Austausch von Individuen. Tapinoma Magnum besiedelt bevorzugt vegetationsarme, sonnenexponierte, aufheizbare Flächen (Pflaster, Schotter, Rasen kurz gemäht, Risse in Asphalt).
  • Die Ausbreitung wird durch menschliche Verschleppung (z. B. eingetopfte Pflanzen, Grünschnitt) begünstigt.
  • Die vollständige Tilgung ist nur realistisch, wenn alle Grundstückseigentümer im Befallsgebiet sowie die Stadt koordiniert und konsequent handeln.
  • Empfohlene Bekämpfungs- und Begleitmaßnahmen: gezielter Einsatz von Heißwasser/-schaumverfahren, punktuelle Anwendung von zuckerhaltigen Ködergelen, Einsatz von Kieselgur in überdachten Bereichen, Nematoden als ergänzende Maßnahme, extensive Vegetationsverdichtung und Sanierung rissiger Beläge als präventive Maßnahmen. Abflammen wird nicht empfohlen.

Wie will die Stadt vorgehen und was sind die nächsten Schritte?
Die Stadtverwaltung wird in Abstimmung mit den betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern sowie fachlichen Partnern ein koordinierter Bekämpfungs- und Monitoringkonzept umsetzen. Die Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, konkrete Verdachtsfälle zu melden. Zunächst sollten eigene Überprüfungen anhand Aussehens und Geruch (bei Zerdrücken nach süßlichem Aceton) durchgeführt werden. Hinweise dazu sind auf den Webseiten der Stadt und des Naturkundemuseums (Links siehe unten) hinterlegt.

Konkrete Verdachtsfälle, möglichst schon verifiziert als Tapinoma Magnum, können dann mit Auffälligkeiten, Fotos und Standortangaben an ameise_tm@muellheim.de (Betreff: Verdachtsfall Ameise) gemeldet werden. Geben Sie Name, Adresse, Telefonnummer, Wohnverhältnis (Eigentum/Miete) und den besten Erreichungszeitraum an.

Informationsmaterial

  • Website der Stadt: www.muellheim.de/ameise
  • Info- und Meldeportal der Naturkundemuseen Stuttgart und Karlsruhe:
    https://artenkenntnis.info/de/anfragen/tapinoma-melden
  • Broschüre zum Mitnehmen: Die Stadt hat eine Informationsbroschüre erstellt, die im Rathaus Müllheim und der Ortsverwaltung Britzingen/Dattingen erhältlich ist. Sie steht auch als Download auf der Website: www.muellheim.de/ameise

Informationsveranstaltungen
Um direkt mit den betroffenen Bewohnerinnen und Bewohnern vor Ort zu sprechen, lädt die Stadtverwaltung zu zwei Informationsveranstaltungen ein:

  • Gebiet Dattingen — Nordostbereich (Im Eckfeld, Gradweg, Fliederweg)
    Ort: Gemeindesaal Dattingen, Am Brunnenplatz 1
    Termin: Dienstag, 16. Juni 2026, 19:00 Uhr
  • Gebiet Am Eichwald / Auf der Röte
    Ort: Bürgerhaus, Hauptstraße 122
    Termin: Mittwoch, den 17. Juni 2026, 19:00 Uhr

Inhalte der Informationsabende

  • Vorstellung der wesentlichen Gutachtenergebnisse, Erklärung, wie Tapinoma Magnum erkannt wird und welche Maßnahmen auf Privatgrund möglich sind
  • Geplante koordinierte Maßnahmen der Stadt (Monitoring, Bekämpfung, Prävention)
  • Fragen und Antworten; Möglichkeit zur Meldung von Befunden vor Ort
  • Auslage der Broschüre; Ausgabe von Informationsmaterial

Was sind die wichtigsten Hinweise für Anwohnende in den betroffenen Gebieten?

  • Bitte entsorgen Sie keinen Grünschnitt, keine eingetopften Pflanzen oder Bauabfälle aus den betroffenen Gebieten außerhalb des Gebietes. Solche Materialien können die Art verschleppen.
  • Vermeiden Sie kurz geschnittene, weitgehend vegetationsfreie Flächen; dichte Bepflanzung verringert die Eignung für Tapinoma Magnum.
  • Probieren Sie keine großflächigen Eigenbekämpfungen mit Abflammgeräten oder ungeeigneten Chemikalien—Gefahr von Bränden und Umweltschäden; Abflammmethoden werden von der Stadt nicht empfohlen.

Kontakt
Stadtverwaltung Müllheim im Markgräflerland
Dezernat 6, Fachbereich 61 (Betriebshof)
E‑Mail: ameise_tm@muellheim.de

Zitat des Bürgermeisters Martin Löffler:
„Wir nehmen das Auftreten dieser invasiven Art sehr ernst. Die gute Nachricht ist: Die Verbreitung ist bislang lokal begrenzt. Unser Ziel ist klar — weitere Ausbreitung verhindern und, wo möglich, die Ameise aus den betroffenen Gebieten tilgen. Dafür brauchen wir die Unterstützung der Anwohnerinnen und Anwohner und handeln gemeinsam mit fachlicher Begleitung. Nur so haben wir eine echte Chance auf Erfolg.“