„Freizeit gemeinsam gestalten“

Miteinander malen, unterwegs sein und sich kennenlernen

Auch dieses Jahr kamen Kinder unterschiedlicher Herkunft im Rahmen der Begegnungsprojekte der Integrationsbeauftragten der Stadt ins interkulturelle Ferienprogramm Anfang August. Manche Kinder waren tatsächlich schon zum dritten Mal dabei. Das Zusammenkommen in der zweiten Ferienwoche ist fast schon ein Ritual. Grad wenn die erste Langeweile in den Sommerferien aufkommt, ruft das Malprojekt. Diesmal wurde es durch einen Bewegungsteil ergänzt. So konnte die Betreuung der Kinder auf 10 Tage ausgeweitet und die Aktivitäten bis am späten Nachmittag angeboten werden. Mit Mark Oosten, der kurz vor Abschluss des Grundschullehramtes steht und ehrenamtlich mithalf, hatte das kleine Team wertvolle Unterstützung.
“Die Arbeit mit den Kindern hat Spaß gemacht. Es freut mich zu sehen, dass Kinderauch heute noch Freude an den kleinen Dingen im Leben haben können. In unserer Zeit geht alles so schnell. Es war mir wichtig, in dieser Zeit die Kinder mehr auf die Natur aufmerksam zu machen und ich denke, ich konnte da einen kleinen Anstoß geben.”

Gouache Farben, Aquarelle aber auch das Experimentieren mit Naturfarben stand diesmal auf dem Programm, das wieder von Kristin Poerschke, Freischaffende Künstlerin und Kursleiterin in der Malwerkstatt gestaltet wurde. Wo kommt man sonst schon mal dazu, mit Rote Beete Saft, Kaffee oder Kartoffelstärke Farben herzustellen oder Blütenblätter zu zermahlen und dann mit Wasser angesetzt auf das Papier zu bringen?

In der Nachmittagshitze ging es dann ab ins Schwimmbad, zum Eisessen oder zu einem Ausflug in den Wald. Einmal wurde sogar HipHop getanzt. Am letzten Tag entdeckten die Kinder gemeinsam nicht unbedingt bekannte Plätze und Einrichtungen bei einer Stadtralley durch Müllheim und durften dank Kontakten des Streetworkers Praveen des Stadtjugendreferates sogar bei der Polizei vorbeischauen.

Zehn erfahrungsreiche Tage. Wer in den Osterferien im kommenden Jahr bei was Ähnlichem mitmachen möchte, kann sich gerne bei der Integrations-beauftragten melden.
Rechtzeitig wird es auch wieder einen Aufruf im HALLO Müllheim geben.

Kontakt:
Rathaus Müllheim, Angelika Czajor, Tel. 07631/801-360 oder einfach in Zimmer 303 vorbeischauen.

In Planung ist ein Malprojekt für Jugendliche und Erwachsene als regelmäßige Freizeitgestaltung ab Herbst 2018. Dann kann das Experimentieren in der bildenden Kunst im interkulturellen Kontext weitergehen. Auch hierzu kann man gerne im Rathaus anrufen oder vorbeikommen.

Suche/Aufruf:

Zum Schulbeginn suchen wir wieder Lern- und Lesepaten für Kinder in der Grundschule bzw. den 5-7. Klassen der Gemeinschaftsschule. Gerne können Sie auch schon in der letzten Ferienwoche mit den Kindern beginnen – dann wird der Anfang umso leichter. Auch dazu melden Sie sich bitte im Büro der Integrationsbeauftragten.

Mietpaten
Immer noch fehlt Wohnraum für Familien und junge Männer, die nun schon länger in städtischer Unterbringung sind. Einige Mietpatenverträge konnten schon geschlossen werden, aber zahlreiche sind noch zu schließen. Vereinbaren Sie doch einen Termin. Die Integrationsbeauftragte informiert Sie gerne.

Bild Ferienprogramm Vielfalt gestalten 2018 Mark OostraPDF 2,9 MB
Bild Malprojekt A CzajorJPG 2,6 MB

Gemeinsames Fastenbrechen während des Ramadans

Zur Halbzeit des Fastenmonats der Muslime fanden sich am ersten Juni 52 Ansässige und zugewanderte Müllheimer zu einem gemeinsamen Fastenbrechen-Abendessen zusammen. Für acht arabische Familien, Freunde und geladene Gäste aus dem Ehrenamt ein besonderer Anlass. Eine Müllheimer Bürgerin war dem Aufruf der Integrationsbeauftragten im „Hallo Müllheim“ gefolgt und war zum gemeinsames Abendessen gekommen. Sie erlebte einen überraschungsvollen, kulinarisch äußerst reizvollen und lebendigen Abend.
Von außen sieht es so aus, als ob die Gläuben einfach nur vier Wochen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang „nichts essen und trinken“. Dahinter steckt aber noch viel mehr. Jeder kennt es, wenn Gewohnheiten geändert und auf den Kopf gestellt werden. Beim rigorosen Fasten stellen sich zur körperlichen Beschaffenheit intensive innere, mentale Auseinandersetzungsprozesse ein. Da geht es um Durchhaltevermögen, Entschlusskraft und etwas aushalten können und dies zu üben.

Um so schöner nach diesen individuellen Prozessen den Tag über, dann in der Gemeinschaft essen, trinken und froh und entspannt miteinander sein zu können.
Und das bei kulinarschen Leckerbissen. Die arabaischen Familien zauberten im kleinen Saal des Bürgehaus ein beachtliches, farbenfrohes Buffet.

Schauen Sie doch kurz in unsere Fotosammlung und erfreuen sich an der dort festgehaltenen Stimmung und dem bunten Menü.

Bilder vom Fastenbrechen 01.06.2018 im Müllheimer BürgerhausJPG 1,7 MB
Bilder VOM FASTENBRECHENJPG 1,5 MB
Bilder VOM FASETNBRECHENJPG 1,6 MB
Bilder VOM fASTENBRECHENJPG 1,8 MB
Bilder VOM FASETNBRECHENJPG 1,5 MB

Gemeinsam einen Kinofolm schauen und dann anschließend darüber diskutieren

Das kommt im Kinoalltag nicht so oft vor. Anlass war die Filmvorführung „Transit“, die vor kurzem als Kooperationsprojekt zwischen der Stadt Müllheim und dem Kino Müllheim stattfand. Die Integrationsbeauftragte Angelika Czajor und der Kinobetreiber Michael Karg hatten gemeinsam zur kostenfreien Vorführung eingeladen. Damit einher ging die Intention einer gemeinsamen Reflektion der Zusammenhänge zwischen Vergangenheit und Gegenwart von Geflüchteten.
„Mit den Bürgern aus Müllheim im Austausch zu sein und wie sie den Integrationsprozess in Müllheim und dem Umland sehen und erleben, ist ein wichtiger Bestandteil meiner Aufgabe als Integrationsbeauftragte und ein persönliches Anliegen. Für mich gehört das Thema nicht mehr in Großveranstaltungen wie es zu Beginn der Flüchtlingswelle in den „Kommunalen Dialogen“ im ganzen Land und im Herbst 2016 auch bei uns platziert wurde. Gespräche gehören jetzt in die Alltagssituation wie ein Kinobesuch“ begründet Angelika Czajor die Initiative zu Veranstaltung. Im zweiten Weltkrieg waren Deutsche auch auf der Flucht. Im Film geht es um die Bedeutung der damals so wichtigen Transitpapiere in das neue Ziel-Heimatland Amerika oder Südamerika, auf die die Hauptpersonen im Film warten. „Auch in Müllheim warten noch viele Geflüchtete auf den Abschluß der Asylverfahren und die Aufenthaltsgenehmigungen. Insofern bietet der Film einen guten Start in die Diskussion zur Situation und den Prozess der Integration der durch Flucht Zugewanderten in Müllheim.“
Knapp 40 Kinobesucher hatten sich im Sonderprogramm des Dienstagsabends eingefunden,
rund 30 blieben zur Diskussion. Für die Diskussionsbeiträge ist die Integrationsbeauftragte sehr dankbar. So wird deutlich was für Schritte in Mülhheim notwendig sind und noch anstehen. Im Publikum befanden sich einige Zuschauerinnen und Zuschauer, die selbst einen Migrationshintergrund haben und die Hürden ihres eigenen Ankommens im neuen Land schilderten. Immer wieder kam zum Ausdruck, wie lange das wirkliche Ankommen in der neuen Heimat dauert und was für Anstrengungen auf beiden Seiten notwendig sind, damit das Miteinander und nicht nur Nebeneinander gelingen kann. „Man darf sich nicht gleich abschrecken lassen und aufgeben, wenn jemand mal unfreundlich ist oder etwas nicht auf Anhieb gelingt. Natürlich gibt es Hürden und ist nicht alles gerecht, aber das gehört dazu.
Vor allem die Sprache muss man lernen. Diese Pflicht haben wir und das dürfen die Deutschen erwarten, wenn wir hier leben wollen.“ Damit brach eine engagiert Mitdiskutierende die Lanze zu verpflichtender Teilnahme an Integrationskursen und gezielte Anstrengungen beim Spracherwerb..

Die vhs in Müllheim hat ein umfassendes Angebot an diesen Kursen, die sehr gut besucht sind und in denen dieses Frühjahr viele der Zugwanderten, die nun im zweiten oder dritten Jahr hier in Müllheim wohnen die B1 und B2 Prüfungen erfolgreich abgelegt haben. Wer keinen offiziellen Zugang in die Integrationskurse hat, findet Unterstützung im Huckepack Kurs des Vereins Zuflucht Müllheim e.V. Auch dieser ist nach letzten Meldungen gut besucht. Aber Hilfesuchende sind immer willkommen.

Herbst 2017 – Frühjahr 2018

Nach den vielen Sommer- und Herbstprojekten in 2017, die extra für Begegnungsmomente zwischen Einheimischen und Zugewanderten initiiert wurden, liegt nun der Fokus darauf, Zugewanderte in institutionalisierte Aktivitäten zu integrieren.
Einige Jungs spielen inzwischen mit Spielpässen Fußball in den hiesigen Vereinen.
Einige der Mädchen und Jungs, die im Oster– Zirkus Projekt mitmachten, besuchen nun das Regel-Trainingsprogramm vom Zirkus Ragazzi.
Auch der Flohzirkus ist durch die jüngeren Kinder aus Fluchtfamilien ausgebucht.
Dank einer gerade eingegangenen großzügigen Spende der Firma Hellma über 2000,- Euro ist die Durchführung des Kinderprojektes für das ganze Jahr 2018 über gesichert.
Gerade was den musikalischen Teil zur Begleitung der Zirkuskunststücke bei Aufführungen angeht, kann die Teilnahme von weiteren Kindern in die Musikklassen für die entsprechende Vorbereitung und das Zusammenspiel beider Teilprojekte erfolgen.
Wir danken der Firma Hellma für diese Unterstützung und die Ermöglichung nachhaltiger Integration.

*Begegnungsnachmittage:
In jeder Kultur wird getanzt. Am 18. März 2018 gab es die Möglichkeit für Tanzfreunde in den Räumlichkeiten des Markgräfler Tanzsport Club (MTSC) im Kleinfeldele 51. Gäste aus der internationalen Tanzwelt ermöglichten einen Schnupperkurs im Tango Argentino und dem lateinamerikanischen Salsa. Einige zugewanderte Neubürger aus Syrien waren gekommen, um die typischen Kreistänze aus ihrer Kultur zeigen. Leider fehlte es an Müllheimer Bürgern. Eine Spende der Inner Wheel Frauen ermöglichte diesen kostenfreien Tanznachmittag.

*Ferienprogramm:
In den Osterferien 2018 gab es die Möglichkeit sich zu begegnen und etwas gemeinsam zu tun. Vom späten Vormittag bis frühen Nachmittag veranstaltete die Stadt im Stadtjugendreferat eine Malwerkstatt für Groß und Klein. Unter ganz professioneller Anleitung erstellten Kinder, Eltern und Großeltern Kunstwerke für eine kleine Ausstellung.
Die Materialien wurden gestellt und das Ferienprogramm war kostenfrei.
Ein paar Eindrücke finden Sie gleich mit hier angehängt.

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