Situation in Müllheim

Situation in Müllheim

Im April 2018 gab es eine Nutzungsänderung der bisherigen Gemeinschaftsunterkunft (GU) für mindestens 1 Jahr. Die Nutzungsmöglichkeit wurde gerade bis 2021 verlängert. Nun wohnen im Gästehaus Bauer geflüchtete Menschen in der Anschlussunterbringung (AU). Aktuell leben dort 48 Personen (Stand April2020)
In weiteren städt. Wohnungen oder auf dem freien Wohnungsmarkt leben aktuell insgesamt rd. 250 Flüchtlinge in Müllheim und den Ortsteilen. Von 120 sind die Asylverfahren abgeschlossen. Viele warten noch auf ihre Bescheide, denn das Asylverfahren ist oft ein sehr lanwieriger Prozess, der Jahre gehen klann.


Das Leben im ehemaligen Hotel Bauer zu Corona Zeiten

Es leben ca. 300 Migranten in Müllheim, darunter fast 50 im ehemaligen Hotel Bauer am Bahnhof. Bedingt durch die Corona Krise werden seit Ende März keine neuen Zuteilungen durch den Landkreis an die Gemeinden vorgenommen.
Während der jetzigen Pandemie macht man sich große Sorgen vor allen Dingen um die am ehemaligen Gästehaus Bauer untergebrachten Geflüchteten, die eng zusammenleben.
Bislang ist es durchaus gelungen, durch gezielte Werbung und mit Hilfe der ehrenamtlichen Mitarbeiter vom Verein Zuflucht Müllheim e.V. hygienische Maßnahmen in Fahrt zu bringen. Unzählige Flyer in verschiedenen Sprachen sind bereits verteilt worden.
Es klappt zunehmend besser mit dem Thema „Abstand halten“. Doch dies wird durch die Gemeinschaftsküche und den gemeinsamen Waschraum oft noch erschwert.
Viele der Bewohner telefonieren regelmäßig per WhatsApp mit Freunden und Verwandten aus dem Ausland, die sie auch ständig auf dem Laufenden halten. Einige machen sich große Sorgen um Familienangehörige aus dem Heimatland, wo das Gesundheitssystem noch prekär ist.
Auch dies trägt zur Sensibilisierung bei.

Mit dem aktuellen Kontaktverbot haben es viele von ihnen nicht leicht. Viele benötigen Übersetzungshilfe und Beratung bei der Alltagspost und dem Erledigen der alltäglichen Verwaltungssachen. Der Integrationsmanager hilft per Telefon, denn es gibt zurzeit wegen der hohen Ansteckungsgefahr eingeschränkte Kontakte zu Helfern, Anwälten, Lernpaten Sozialarbeitern, etc. Es besteht die Gefahr, dass zum Beispiel wichtige Fristen bei notwendigem Widerspruch leider oft versäumt oder nicht eingehalten werden.
Hinzu kommt, dass Geflüchtete mit Vorerkrankungen momentan große Schwierigkeiten bei der Fortsetzung der ärztlichen Behandlungen haben, da viele Praxen in der jetzigen Corona Krise überlastet sind.
Ehrenamtliche Helfer halten den telefonischen Kontakt hier besonders.
Grundsätzlich sind die Flüchtlinge über den Ernst der Lage durch die Medien und die den Integrationsbeauftragten sowie den Hausmeister vor Ort gut informiert.
Das Thema Unterbringung bleibt zentrales Thema der städtischen Integrationsarbeit.
weitere Informationen bei Amadou Diallo, Integrationsbeauftragter der Stadt Müllheim
07631/ 801-360, adiallo@muellheim.de


Entwicklung der Asylbewerberzahlen in Müllheim

  • Bereits seit November 2013 wurden im Dekan Doleschal Haus Flüchtlinge untergebracht, zunächst 10 Asylbewerber aus Gambia. Mittlerweile haben die Asylbewerber, die aktuell im Dekan Doleschal Haus lebten, alle den Status der „Anschlussunterbringung“ und wurden im Frühjahr 2017 in städt. Wohnungen umgezogen.
  • November 2014 – Februar 2015: Zusätzliche Unterbringung von 60 Asylbewerbern in der Sporthalle der Kaufmännischen Schulen Müllheim
  • März 2015 – Unterbringung von zunächst 80, aktuell gut 130 Personen (Stand 10.09.2015) in der Gemeinschaftsunterkunft im ehemaligen Gästehaus Bauer
  • Dezember 2015 wurden etwa 80 Personen in der Behelfsunterkunft Am Schaftstein Runs untergebracht.
  • Ab Sommer 2016 wurden vor allem Familien in städtische Wohnungen umgezogen und die Menschen aus den teilweise sehr schadhaften Containern ins Gästehaus Bauer umgesetzt. Manch einer musste leider in eine Nachbargemeinde verlegt werden.

*Die Entwicklung in der Anerkennung der Asylanträge führte dazu, dass mehr und mehr Familien und Einzelpersonen aus dem Gästehaus Bauer 2016/2017 ausziehen und in städt. Wohnungen einziehen konnten.
Neu zuteilte Geflüchtete konnten bis Februar 2018 mit anerkanntem Status weiterhin direkt in Anschlussunterbringungen in städt. Wohnungen eingewiesen werden.

*Seit April 2018 liegt das Augenmerk der Zugeteilten nach Müllheim seitens des Landratsamtes nicht mehr auf dem Status “anerkannt” oder “nicht anerkannt”, sondern wird durch die Länge des Aufenthalts der Menschen bestimmt.


Wie lange bleiben die Flüchtlinge in Müllheim?

Nach Aussage des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge lag die durchschnittliche Gesamtverfahrensdauer bei Asylverfahren in Baden-Württemberg im ersten Halbjahr 2015 bei 6,7 Monaten.

Die rechtlichen Möglichkeiten als “Flüchtling” in Deutschland ein Aufenthaltsrecht geltend zu machen sind sehr verschieden. So kann ein Flüchtling einen Asylantrag stellen oder aber auch Gründe vortragen, die zu einem befristeten Duldungsaufenthalt führen können. Manche Flüchtlinge werden im Rahmen eines humanitären Aufnahmeprogramms in Deutschland aufgenommen. Andere Personen sind zwar aus ihren Heimatländern geflohen, kommen aber als Studenten, Familienangehörige oder Arbeitnehmer zu uns. Aus all diesen verschiedenen Aufenthaltsrechten leiten sich andere Folgerechte ab, zum Beispiel in Bezug auf die Aufenthaltsdauer oder den Zugang zum Arbeitsmarkt.

Die meisten Personen, die als Flüchtlinge in Wohnheimen untergebracht sind, sind Asylbewerber oder Personen mit einer Duldung.

Genauso unterschiedlich wie die Fluchtgründe sind auch die Aufenthaltszeiten von Flüchtlingen in Deutschland. Wie lange Flüchtlinge in Müllheim bleiben, hängt von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Dauer des Asylverfahrens, der Situation im Herkunftsland, der familiären Situation oder auch den gesundheitlichen Umständen.

Ausländerinnen und Ausländer, die kein Aufenthaltsrecht (mehr) haben, werden zur Ausreise aufgefordert und gegebenenfalls, von der Ausländerbehörde in ihr Herkunftsland oder einen anderen sicheren Drittstaat zurückgeführt.


Wohnraumnot in Müllheim

Die Notlage des Wohnungsmangels in Müllheim erschwert auch die Integration der Familien und Alleinstehenden mit Fluchthintergrund auf dem freien Wohnungsmarkt. Auch bei der Stadt mangelt es durch zwingende Renovationen notwendigen Räumungen dreier städt. Gebäude an Wohnungen. Wir starten deshalb einen erweiterten Aufruf: Wenn Sie freien Wohnraum haben, bitte melden Sie sich bei der Flüchtlingsbeauftragten. Für 1-3 Jahre mieten wir als „Mietpaten“ die Wohnungen. Mietzahlungen sind gesichert und Sie haben einen als Vermieter Ansprechpartner bei der Stadt, falls irgendwelche Probleme auftauchen!