Situation in Müllheim

Situation in Müllheim

Im Moment, aktuell im Juli 2017, leben in Müllheim rd 120 anerkannte Flüchtlinge in städt. Wohnungen oder auf dem freien Wohnungsmarkt.
In der Gemeinschaftsunterkunft im Gästehaus Bauer sind noch rund 70 Asylbewerber untergebracht und der Verein Zuflucht berichtet aus seiner Betreuungsarbeit von rd. 200 auch auf dem freien Wohnungsmarkt lebenden jungen Afrikanern, deren Verfahren auch noch nicht abgeschlossen sind, die jedoch Gestattungen und Duldungen haben.
Entspannt hat die Lage zwar der nachlassende Flüchtlingsstrom. Ging man im Januar 2015 noch von rund 60 Asylbewerbern pro Monat aus, die im Landkreis untergebracht werden mussten, waren es ab September 2015 bereits 160 Personen pro Woche. Aufgrund dieser dramatisch angestiegenen Zuweisungszahlen, stellte die Stadt Müllheim dem Landkreis zusätzlich ein Grundstück im Industriegebiet zur Verfügung. Dort wurde ab Oktober 2015 eine Behelfsunterkunft Platz für zusätzlich 300 Menschen angeboten. Die Behelfsunterkunft bestand aus Wohncontainern, die jedoch im Frühsommer 2016 wegen maßgeblicher technischer Defekte abgebaut wurden.
Inzwischen ist die Ankommensphase abgeschlossen und die Menschen sollten in „normalen“ Lebensverhältnissen leben. Die personen- und familiengerechte Unterbringung stellt für die Stadt jedoch eine große Herausforderung dar.


Entwicklung der Asylbewerberzahlen in Müllheim

  • Bereits seit November 2013 wurden im Dekan Doleschal Haus Flüchtlinge untergebracht, zunächst 10 Asylbewerber aus Gambia. Mittlerweile haben die Asylbewerber, die aktuell im Dekan Doleschal Haus lebten, alle den Status der „Anschlussunterbringung“ und wurden im Frühjahr 2017 in städt. Wohnungen umgezogen.
  • November 2014 – Februar 2015: Zusätzliche Unterbringung von 60 Asylbewerbern in der Sporthalle der Kaufmännischen Schulen Müllheim
  • März 2015 – Unterbringung von zunächst 80, aktuell gut 130 Personen (Stand 10.09.2015) in der Gemeinschaftsunterkunft im ehemaligen Gästehaus Bauer
  • Dezember 2015 wurden etwa 80 Personen in der Behelfsunterkunft Am Schaftstein Runs untergebracht.

Wie lange bleiben die Flüchtlinge in Müllheim?

Nach Aussage des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge lag die durchschnittliche Gesamtverfahrensdauer bei Asylverfahren in Baden-Württemberg im ersten Halbjahr 2015 bei 6,7 Monaten.

Die rechtlichen Möglichkeiten als “Flüchtling” in Deutschland ein Aufenthaltsrecht geltend zu machen sind sehr verschieden. So kann ein Flüchtling einen Asylantrag stellen oder aber auch Gründe vortragen, die zu einem befristeten Duldungsaufenthalt führen können. Manche Flüchtlinge werden im Rahmen eines humanitären Aufnahmeprogramms in Deutschland aufgenommen. Andere Personen sind zwar aus ihren Heimatländern geflohen, kommen aber als Studenten, Familienangehörige oder Arbeitnehmer zu uns. Aus all diesen verschiedenen Aufenthaltsrechten leiten sich andere Folgerechte ab, zum Beispiel in Bezug auf die Aufenthaltsdauer oder den Zugang zum Arbeitsmarkt.

Die meisten Personen, die als Flüchtlinge in Wohnheimen untergebracht sind, sind Asylbewerber oder Personen mit einer Duldung.

Genauso unterschiedlich wie die Fluchtgründe sind auch die Aufenthaltszeiten von Flüchtlingen in Deutschland. Wie lange Flüchtlinge in Müllheim bleiben, hängt von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Dauer des Asylverfahrens, der Situation im Herkunftsland, der familiären Situation oder auch den gesundheitlichen Umständen.

Ausländerinnen und Ausländer, die kein Aufenthaltsrecht (mehr) haben, werden zur Ausreise aufgefordert und gegebenenfalls, von der Ausländerbehörde in ihr Herkunftsland oder einen anderen sicheren Drittstaat zurückgeführt.


Wo sind die Flüchtlinge in Müllheim untergebracht?

  • In der Gemeinschaftsunterkunft im ehemaligen Gästehaus Bauer
  • Bis Frühjahr 2016 in der Behelfsunterkunft Am Schaftstein Runs, diese Containersiedlung konnte inzwischen wieder abgebaut werden.
  • weitere Flüchtlinge, die den Status der Berechtigung „Anschlussunterbringung“ erreicht haben, leben in der Kernstadt und in den Ortsteilen in städtischem und privatem Wohnraum.

Wie leben die Menschen in den Unterkünften und wie werden sie betreut?

Gemeinschaftsunterkunft (GU) ehemaliges Gästehaus Bauer

In der GU leben aktuell noch rd 70 Personen. In der Zwischenzeit wurde die Belegung entzerrt – nicht mehr 3 Personen teilen ein Zimmer mit Bad, allerhöchstens noch 2 – viele sind inzwischen auch alleine in einem Zimmer. Auf jeder Etage gibt es eine Küche. Eine Waschküche befindet sich im Keller.

Aufgabenbereiche der Sozialarbeiter

  • Asylverfahrensberatung (keine Rechtsberatung),
  • Unterstützung bei der Eingliederung in Kindergärten/ Schulen/ Vereine
  • Vermittlung in Sprachkurse bis hin zur Hilfe bei der Suche von Praktikums-, Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten
  • Unterstützung bei der Wohnungssuche
  • Nachbetreuung von bis zu 12 Monaten (in Kooperation mit den Fachdiensten von Caritas und Diakonie und den ehrenamtlichen Helfern

Weitere wichtige Aufgabe der hauptamtlichen Flüchtlingsbetreuer:

  • Kontakt mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern vor Ort, die sich in der GU tatkräftig engagieren.
  • In enger Abstimmung mit den Asylbewerbern koordinieren und begleiten Sozialarbeiter das bürgerschaftliche Engagement

Arbeit der Ehrenamtlichen

Die ehrenamtliche Hilfe und Unterstützung der hauptamtlichen Flüchtlingsbetreuung war von Beginn an Notwendigkeit, um eine gute Willkommenskultur und die Integration der Asylbewerber in den Städten und Gemeinden zu gewährleisten. In Müllheim unterstützt der Müllheimer Helferkreis Zuflucht Müllheim e.V. die Hauptamtlichen in nahezu allen Bereichen der Flüchtlingsbetreuung. Der Helferkreis hat auch eine Willkommensbroschüre mit wichtigen Informationen für die neu angekommenen Flüchtlinge erstellt.
Im Netzwerk Beistand haben sich ehrenamtlich Tätige aus dem Helferkreis zusammengetan, die sich auf eine begleitende und integrierende Beziehung mit einem oder mehreren Flüchtlingen eingelassen haben. Sie engagieren sich in der Betreuung von Einzelpersonen.
Kontakt: beistand@posteo.de

Daneben beraten und begleiten verschiedene Fachdienste Asylsuchende und Migranten im Landkreis Breisgau Hochschwarzwald bei der Integration im Alltag:

Caritasverband für den LK BH

Diakonisches Werk Breisgau-Hochschwarzwald


Anschlußunterbringung und Wohnraumsuche in Mülheim

Die Notlage des Wohnungsmangels in Müllheim erschwert auch die Integration der Familien mit Fluchthintergrund auf dem freien Wohnungsmarkt. Auch bei der Stadt mangelt es durch die anstehenden Renovationen und anstehenden Räumungen dreier städt. Gebäude an Wohnungen. Wir starten deshalb einen erweiterten Aufruf: Wenn Sie freien Wohnraum haben, bitte melden Sie sich bei der Flüchtlingsbeauftragten. Für 1-3 Jahre mieten wir als „Mietpaten“ die Wohnungen, die Zahlungen sind gesichert und die Familien sind an uns angebunden, wenn irgendwelche Probleme auftauchen!