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Stadt Müllheim 1

Integration, Flüchtlinge

Die Zahl der Geflüchteten nimmt von Tag zu Tag zu, und zwar u.a. wegen der drastischen Verschlechterung der Menschenrechtslage in verschiedenen Ländern Asiens und Afrikas. Es wird zurzeit geschätzt, dass rund 80 Millionen Menschen vor Krieg, Hungersnot und Elend ins Ausland geflohen sind. Sie versuchen verzweifelt Zuflucht in sicheren Ländern wie Deutschland zu finden. Darunter sind zahlreiche Kinder, die oft unbegleitet und ohne Eltern auf der Flucht sind, wie bereits vom UN-Flüchtlingswerk UNHCR verzeichnet.

Im Zeitraum von November 2019 bis Januar 2020 gab es ca. 12.212 Asylanträge in der Bundesrepublik Deutschland.(laut letzten Statistiken des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).
Mit der jetzigen Corona Pandemie wird die Zahl der Geflüchteten weltweit sehr stark zunehmen.

Integration in Müllheim

Müllheim ist eine offene Stadt, die Toleranz, Verständigung und ein gutes Miteinander mit ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern pflegt. Rund 2.500 Menschen mit Migrationshintergrund oder Zuwanderungsgeschichte aus 62 Ländern leben derzeit in der Kernstadt und in den Ortsteilen. Müllheim will allen Menschen, gleich welcher Herkunft, eine gute Heimat sein. Die Stadtverwaltung fördert und unterstützt deshalb Programme und Aktionen in der Integrationsarbeit und die Weiterentwicklung der gelebten Willkommens- und Anerkennungskultu.

  • Maßnahmen und Angebote im Integrationsbereich
  • Internationaler Beirat
  • Migrantenselbstorganisationen, Vereine und Netzwerke
  • Möglichkeiten der Beteiligung an ehrenamtlichen Projekten
  • Beratung und Unterstützung der in Müllheim lebenden Flüchtlinge

Mit der zunehmenden Zahl an Flüchtlingen, die sich mit ihrem Bleibestatus in Müllheim eine Perspektive für ihr Leben in Deutschland aufbauen wollen und sollen, hat die Stadt im Jahr 2016 die Stelle einer kommunalen Flüchtlingsbeauftragten geschaffen, welche im Jahr 2019 in kommunale Integrationsbeauftragten umgewandelt wurde.

Die Stelle umfasst heute die Aufgabenbereiche

  • zentrale Anlauf-, Beratungs- und Koordinierungsstelle für alle Flüchtlingsangelegenheiten der Stadt Müllheim
  • Steuerung der Integrations-und Flüchtlingsarbeit
  • Kooperation mit Migrantenorganisationen
  • Pflege und Koordination von Netzwerken unter Einbindung der ehrenamtlichen Helfer
  • Einführung eines transparenten und leicht zugänglichen Integrationsangebotes

Aktuell leben in Müllheim etwa 300 geflüchtete Menschen (Stand April 2020).
 Laut Prognosen des Landratsamts Breisgau-Hochschwarzwald werden wir in Müllheim 2020 ungefähr 62 weitere, neue Geflüchtete in Anschlussunterbringung aufnehmen.

Ca. 20 Flüchtlinge sind bereits seit Januar 2020 in städtischen Wohnungen bzw. im Gästehaus Bauer untergebracht worden.
Mit dem eingeführten Kontaktverbot können viele ehrenamtliche Helfer zurzeit nicht mehr tatkräftig wie vor der Pandemie den Geflüchteten beistehen.

Mit dem anhaltenden Zustrom von Flüchtlingen und allgemeinverstärkter Zuwanderung nach Deutschland erhöht sich der Wunsch der einheimischen Bevölkerung nach Information.
Auf den folgenden Seiten geben wir deshalb Antworten sowohl auf allgemeine Fragen zum Thema „Flucht“, als auch auf konkrete Fragen zur Situation in unserer Stadt.


Menschen mit Migrationshintergrund

Der Begriff „Menschen mit Migrationshintergrund” steht für

  • zugewanderte Ausländerinnen und Ausländer der ersten Generation
  • in Deutschland geborene Ausländerinnen und Ausländer der zweiten und dritten Generation
  • Aussiedlerinnen und Aussiedler
  • Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler
  • eingebürgerte Menschen sowie
  • Menschen mit mindestens einem zugewanderten Elternteil oder Elternteil mit ausländischer Staatsangehörigkeit

Menschen mit Migrationshintergrund erhalten in Müllheim Unterstützung, ihr Fremdsein zu überwinden, und sich Chancen und gleichberechtigte Teilhabe an allen gesellschaftlichen Bereiche zu verschaffen.

Integration ist ein wechselseitiger Prozess, der zum Ziel hat, Ausländer, die dauerhaft zugezogen sind, in die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland einzubeziehen.

Wichtigste Voraussetzungen für eine gelingende Integration sind die Fähigkeit, sich sprachlich zu verständigen und aufeinander zuzugehen sowie die Akzeptanz unserer Rechts- und Werteordnung.

Die Integration ist bundesgesetzlich geregelt. Der Bund fördert Integrationskurse, in denen die deutsche Sprache und Grundwerte unserer Gesellschaft vermittelt werden. Der Integrationskurs wird durch weitere Integrationsangebote, insbesondere durch ein migrationsspezifisches Beratungsangebot, ergänzt. Auskünfte über örtliche Beratungsangebote erteilen die Kommunen und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

Die Datenbank “Baden-Württemberg – aktiv für Integration!” des Integrationsbeauftragten der Landesregierung bietet Ihnen die Möglichkeit, sich über derzeit laufende Integrationsmaßnahmen in Baden-Württemberg zu informieren.


 

Aktuelle Aktionen und Veranstaltungen

Projekt »Gemeinsame Zeit mit dem Pferd«

Auf dem Waisenhof (Gabelmann- Mühle Müllheim) ab Frühjahr 2020
mit Unterstützung des Rotary Clubs Müllheim-Badenweiler e.V. und des Generationen Netz Müllheim e.V..

Wöchentlich stattfindende Gruppe für Kinder mit Integrationsbedarf im Alter zwischen 6 und 12 Jahren als Freizeitgruppe 
(ca vier bis acht Kinder) mit dem Pferd. (Pflege der Pferde und Reiten in der Natur).

Das Projekt wurde von Herrn Diallo, Integrationsbeauftragter der Stadt Müllheim initiiert.
Es ermöglicht 4 Kindern gruppenbezogene Aktivitäten mit und um das Pferd herum.
Das Medium Pferd bringt viele positive Wirkweisen mit sich, da es unvoreingenommen und vorbehaltlos auf den Menschen reagiert. Es bringt keine spezifischen Erwartungen an Normalität mit sich, wodurch sich die Kinder uneingeschränkt wahrgenommen und akzeptiert fühlen. Dies wird zum einen durch das unmittelbare und konkrete Feedback und zum anderen durch die analoge Kommunikation verstärkt.

Besonders Kinder, denen es schwer fällt sich in eine neue Kultur zu integrieren und dabei auf kognitive Hürden stoßen, können von der ursprünglichen Form der Kommunikation profitieren.

Pferde können Menschen in die Rolle des Hilfegebers versetzen und somit das Gefühl von Gebrauchtsein vermitteln, während sie nebenbei ganz zwanglos Werte wie Verantwortung, Rücksicht und Vorsicht ansprechen. Durch ihr sensibles Wesen können sie für Kinder als Spiegelbild dienen, was die Selbstwahrnehmung steigern kann. So können Angst, Stress oder auch andere Gefühle und Bedürfnisse durch das Medium Pferd erkannt werden. Das Kind wird dabei ganzheitlich (körperliche, geistige, psychische und soziale Ebene) wahrgenommen und kann ohne Leistungsdruck im eigenen Lerntempo Fortschritte machen.


Fragen und Antworten

Flüchtlinge und Asylbewerber – Definition


Menschen verlassen ihre Heimat aus den unterschiedlichsten Gründen: Sie suchen Schutz vor Krieg oder Verfolgung. Sie fliehen vor den Folgen von Naturkatastrophen oder sie erhoffen sich in einem anderen Land ein besseres Leben.

Das Völkerrecht zieht eine klare Trennlinie zwischen Menschen, die zur Flucht gezwungen sind (Flüchtlinge), und Menschen, die aus eigenem Antrieb ihr Land verlassen (Migranten).

Laut Artikel 1A der Genfer Flüchtlingskonvention ist ein Flüchtling eine Person, die »aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will.«

Das Protokoll über die Rechtsstellung der Flüchtlinge von 1967 weitete den Gültigkeitszeitraum der Genfer Flüchtlingskonvention auf nach 1951 aus.
Ob eine solche Verfolgung vorliegt, wird in einem Asylverfahren festgestellt. Diese Verfahren unterscheiden sich von Land zu Land. Menschen, die einen Asylantrag gestellt haben, über den noch nicht entschieden wurde, werden als Asylbewerber bezeichnet.

Der Wirkungsbereich der Genfer Flüchtlingskonvention ist allerdings umstritten. Die meisten großen Flüchtlingskrisen der vergangenen Jahre wurden durch Bürgerkriege ausgelöst. Der Wortlaut der Konvention bezieht sich jedoch nicht eindeutig auf Menschen, die vor kriegerischen Auseinandersetzungen fliehen oder Verfolgung durch nichtstaatliche Akteure wie Rebellen oder Milizen fürchten.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) vertritt die Position, dass nicht der Urheber der Verfolgung ausschlaggebend ist, sondern die Tatsache, dass eine Person internationalen Schutz benötigt, weil ihr eigener Staat diesen nicht mehr garantieren kann oder will. Diese Auffassung wird auch in der afrikanischen Flüchtlingskonvention und in der lateinamerikanischen Erklärung von Cartagena vertreten.

Binnenvertriebene

Mehr als 40 Millionen Menschen sind nach Schätzungen innerhalb ihrer Landesgrenzen auf der Flucht. Voraussetzung für den Flüchtlingsstatus ist aber, dass die jeweilige Person eine international anerkannte Grenze überschritten hat. Menschen, die in anderen Landesteilen ihres Heimatstaates Zuflucht finden, fallen daher nicht unter die Genfer Flüchtlingskonvention und das UNHCR-Mandat. Für den Schutz von Binnenvertriebenen sind die jeweiligen Staaten selbst verantwortlich. Internationale Unterstützung erhalten Binnenvertriebene nur, wenn ihre Regierung dem zustimmt.

Um die Rechte von Binnenvertriebenen zu stärken, haben die Vereinten Nationen Leitlinien entwickelt. Bei diesen Guiding Principles for Internal Displaced People handelt es sich Empfehlungen für Regierungen und Flüchtlingsorganisationen. Rechtlich bindend sind sie nicht.

Klimaflüchtlinge

Noch weitgehend undefiniert ist der Begriff des Klimaflüchtlings beziehungsweise der klimabedingten Migration. Weder “Klimamigranten” noch “Umweltmigranten”, die etwa aufgrund eines schweren Erdbebens oder eines Tsunamis heimatlos geworden sind, fallen unter die Flüchtlingskonvention. Es gibt bislang keine Rechtsgrundlage, auf die sich Menschen berufen könnten, die vor den Folgen des Klimawandels fliehen müssen – zum Beispiel, weil wiederkehrende Dürren ihre Lebensgrundlage zerstört haben oder der Anstieg des Meeresspiegels ihre Heimatregion in absehbarer Zeit unbewohnbar machen wird. Bis auf Einzelfälle haben diese Menschen also derzeit keine Chance, als Flüchtling anerkannt zu werden.

Es gibt jedoch politische Initiativen, wie etwa die Nansen Initiative Protection Agenda, die 2015 von 109 Ländern gebilligt wurde und das Ziel hat, den Schutz von “Klimamigranten” auf nationaler und regionaler Ebene sicherzustellen. Als Mitglied der Steuerungsgruppe der Nansen Initiative übernimmt Deutschland hier besondere Verantwortung.


Aus welchen Ländern stammen die Flüchtlinge in Müllheim?


Den größten Anteil bilden Menschen aus Syrien, Gambia, Eritrea und Afghanistan.

Die wenigen aus den Westbalkan-Staaten sind 2016 Jahr von alleine zurückgekehrt.

Die Gemeinschaftsunterkunft (Gästehaus Bauer) wurde im Februar 2018 als solche geschlossen. Seit April 2018 wird das umfassend renovierte und komplett neu bestückte Haus als Anschlussunterbringung genutzt. Bis zu 50 Menschen werden dort bis Jahresende leben.

Zum besseren Verständnis, warum, wer, wo, wohnt und welchen Status er hat, muss man wissen, dass die seit 2015 nach Müllheim Gekommenen nun bereits mehr als 24 Monate in Deutschland oder die Asylverfahren abgeschlossen sind. Viele haben Gestattungen und Duldungen. Mit diesen Aufenthaltsstatus darf man nach 24 Monaten Aufenthalt auch außerhalb einer Gemeinschaftunterkunft wohnen.

Alle syrischen und eine irakische Familie leben bereits seit 2016 in städtischen Wohnungen oder auf dem freien Wohnungsmarkt. Sie sind anerkannt oder haben Subsidiärschutz.


Warum flüchten die Menschen aus diesen Ländern?


Gambia

Der kleine Staat Gambia an der westafrikanischen Küste ist eines der ärmsten Länder der Welt, rund die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, 60 Prozent sind Analphabeten. Hoffnung auf wirtschaftliche Besserung gibt es kaum – das Land verfügt über keine Rohstoffe und lebt von etwas Tourismus sowie dem Export von Erdnüssen, Reis und Hirse. Wirtschaftlich ist es auf Geldüberweisungen von Gambiern im Ausland angewiesen. 22 Jahre lang hat Präsident Yahya Jammeh das Land mit harter Hand regiert. Unter seinem Regime kam es zu diversen Menschenrechtsverletzungen, Unterdrückung der Presse- und Meinungsfreiheit und Verfolgung wegen politischer Überzeugungen.

Syrien

Bürgerkriege und bürgerkriegsähnliche Unruhen; unter anderem Verfolgungstatbestände wegen Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen politischer Überzeugungen. Moderate und islamistische Rebellen, kurdische Truppen, ISIS-Terroristen und das vom Iran unterstützte Assad-Regime bekämpfen sich gegenseitig: Darunter leiden muss die zivile Bevölkerung. Seit 2011 sind über 220.000 Menschen ums Leben gekommen.

Afghanistan

Unter anderem Verfolgungstatbestände wegen Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen politischer Überzeugungen; Bürgerkriege und bürgerkriegsähnliche Unruhen; diverse Menschenrechtsverletzungen. Dazu kommt, dass die grausame ISIS-Terrormiliz im Land immer mehr an Bedeutung gewinnt. Der afghanische Präsident Ashraf Ghani (66) beurteilt den ISIS-Aufstieg in seinem Land als „schreckliche Bedrohung“.

h4.Pakistan

Das zentrale Problem des Landes ist Terrorismus und Extremismus. Innerhalb Pakistans tobt ein Krieg zwischen dem pakistanischen Militär und dem pakistanischen Arm der Taliban. Zwar gelingt es dem Militär die Terroristen immer wieder aus Gebieten zu verdrängen, aber die Taliban kehrt immer wieder mit neuer Kraft zurück.

Ex-Jugoslawien (Kosovo, Mazedonien, Serbien, Bosnien-Herzegowina)

Unter anderem Diskriminierung und Ausgrenzung von Minderheiten, insbesondere von Roma-Angehörigen: gewalttätige Übergriffe, ungenügende Zugänge zur Gesundheitsversorgung und zum Bildungssystem, mangelhafte Existenzsicherung.

Nigeria

Rund 150.000 Nigerianer sind wegen des blutigen Terrorfeldzugs von Boko Haram in Nachbarländer geflohen, vor allem in den Niger und nach Kamerun. Rund 1,4 Millionen Menschen sind aus dem Nordosten Nigerias, wo die sunnitischen Extremisten wüten, in andere Landesteile geflohen. Schätzungen zufolge sind seit 2009 mehr als 15.000 Menschen getötet worden. Lebenssituation: Ca. 70 Prozent der nigerianischen Bevölkerung lebt mit weniger als zwei Dollar am Tag in extremer Armut.

Eritrea

Das afrikanische Land Eritrea gehört nach Einschätzung des IWFs zu den ärmsten Ländern der Welt. Viele Menschen in Eritrea sind wegen der katastrophalen wirtschaftlichen Lage in ihrem Land von dem Geld Verwandter abhängig, die im Ausland leben. Eritrea wird auch das Nordkorea Afrikas genannt. Mit dem Nachbarland Äthiopien steht Eritrea in einem ständigen Grenzkonflikt. Viele Eritraerer werden zum Militärdienst gezwungen. Grundrechte wie Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, Versammlungs- oder Redefreiheit dürfen fast gar nicht ausgeübt werden.


Wie werden die Flüchtlinge in Deutschland untergebracht>

Krisen, Kriege und Armut in Afrika, im Nahen und Mittleren Osten und in Südosteuropa haben die Zahl der Asylbewerber in Deutschland steigen lassen: Bereits im ersten Halbjahr 2015 wurden ca. 180.000 Asylanträge gestellt – mehr als doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum 2014. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2013 wurden in Deutschland knapp 130.000 Asylanträge gestellt. Im August 2015 korrigierte das Innenministerium die Flüchtlingsprognose für 2015 von 450.000 auf mehr als 800.000 Flüchtlinge.

Um die Verteilung der Flüchtlinge in die einzelnen Bundesländer möglichst gerecht zu gestalten, gibt es Aufnahmequoten. Der sogenannte “Königsteiner Schlüssel” legt den exakten Anteil der Asylbegehrenden fest, die jedes Bundesland aufnehmen muss. Er wird jährlich entsprechend der Steuereinnahmen und der Bevölkerungszahl der Länder errechnet.

Die Quote für Baden-Württemberg beträgt derzeit rund 13 %. Die erste Station für Asylbewerber und die meisten sonstigen Flüchtlinge sind die Landeserstaufnahmeeinrichtungen (LEA). In Baden-Württemberg sind diese in Karlsruhe, Mannheim, Ellwangen und Meßstetten. Diese Erstaufnahmestellen Baden Württembergs waren 2015 und 2016 völlig überfüllt. Deshalb wurden damals sogenannte „Bedarfsorientierte Erstaufnahmeeinrichtungen“ (BEAs) eingerichtet. Bei den BEAs ist zu beachten, dass sich hier täglich Veränderungen ergeben können. BEAs gab es a im Regierungsbezirk Freiburg in: Donaueschingen, Freiburg, Sasbachwalden und Villingen-Schwenningen.

Werden die Flüchtlinge dann auf Städte und Landkreise verteilt, gibt es große Schwierigkeiten, Wohnraum zu finden. Asylbewerber werden in den Aufnahmestellen registriert und auf übertragbare Krankheiten untersucht. Das für die Asylverfahren zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) unterhält auf dem Gelände der LEA eine Außenstelle, welche die Asylanträge der Asylbewerber entgegennimmt und sie im Asylverfahren anhört. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in der LEA war in 2016 auf etwa sechs Wochen angesetzt, reell warteten Menschen viele Monate – ja manchmal bis zu einem Jahr auf ihre Interviews und Bescheide.

Von der LEA aus geht der Weg der Asylsuchenden und Flüchtlinge dann in die Stadt- und Landkreise, wo sie vorläufig untergebracht werden. Diese Zuteilung erfolgt nach einem Bevölkerungsschlüssel. Die Aufnahmequote des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald beträgt hierbei rund 2,7 %. Da die Landkreise in der Regel über keine eigenen Grundstücke und Liegenschaften verfügen, werden hier die Städte und Gemeinden zur Bereitstellung von Flächen und Gebäude für die Einrichtung von sogenannten Gemeinschaftsunterkünften und mittlerweile auch von sogenannten Behelfsunterkünften (in der Regel Wohncontainer) herangezogen.

Der Aufenthalt in einer Gemeinschaftsunterkunft ist auf maximal 24 Monate beschränkt. Anschließend erfolgt eine Verteilung auf die Kommunen im Landkreis, die sogenannte Anschlussunterbringung. Die Kommunen sind dann gesetzlich verpflichtet, für Wohnraum zu sorgen.


Wovon leben die Flüchtlinge in Deutschland?

Asylbewerber haben während der Dauer des Asylverfahrens Ansprüche auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG).
Leistungen sind nur dann zu gewähren, wenn Hilfebedürftigkeit nachgewiesen ist.

Vermögen muss vor Bezug von Leistungen aufgebraucht werden. Der Vermögensfreibetrag beträgt 200 EUR je Person.

Höhe der Leistungen nach dem ASylbLG

Die den Flüchtlingen zustehenden Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sind auf sechs Regelbedarfsstufen aufgeteilt (Stand September 2015):

  • Leistungen für einen alleinstehenden Erwachsenen (Regelbedarfsstufe 1):
    • § 3 Abs. 1 AsylbLG 143,00 Euro (sogenannter Taschengeldbetrag)
    • § 3 Abs. 2 AsylbLG 216,00 Euro (Nahrungsmittel, Getränke, Bekleidung, Energie, Gesundheit)
  • Die Beträge für Ehepaare, Partner und Kinder werden prozentual von der Regelbedarfsstufe 1 abgeleitet.
  • Für Wohnungsausstattung, bzw. Instandhaltung können einmalige Beihilfen beantragt werden. Die Kosten der Unterkunft werden für die Personen in den Gemeinschaftsunterkünften als Sachleistung gewährt.

Leistungen nach dem AsylbLG

  • Auf Antrag können für besondere Bedürfnisse einmalige / laufende Leistungen gewährt werden.
  • Auf Antrag können für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Leistungen für Bildung und Teilhabe gewährt werden (Schulmaterial, Lernförderungsbedarf etc.).
  • Anträge können – bei Bedarf – vor Ort bei der Sozialbetreuung gestellt werden.

Sicherstellung über § 4 des AsylbLG

  • Der Leistungsanspruch erstreckt sich auf die Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände
  • Bei Bedarf und bei Leistungsberechtigung wird vom Sozialarbeiter der GU ein Krankenschein mit einer Gültigkeit von bis zu 3 Monaten für Allgemeinärzte und Zahnärzte ausgegeben.
  • Facharztbehandlungen sind nur nach vorheriger Genehmigung durch die Leistungsbehörde (Sachgebiet Leistung des Fachbereiches Aufnahme & Integration im Landratsamt) möglich.
  • Apothekenrezepte sind zuzahlungsfrei. Rezeptfreie Medikamente wie Kopfschmerztabletten und Hustensaft müssen von den Leistungsberechtigten selbst bezahlt werden, da diese Kostenanteile im Geldbetrag enthalten sind.

Dürfen Asylbewerber arbeiten?

Asylbewerber und Geduldete dürfen mittlerweile bereits nach drei Monaten arbeiten. Bislang durften sie erst nach neun Monaten eine Arbeit annehmen (Stand September 2015).

Hat ein Asylbewerber einen Job in Aussicht, erfolgt zunächst noch eine so genannte Vorrangprüfung. Asylbewerber dürfen eine Stelle demnach nur dann bekommen, wenn es keinen geeigneten deutschen oder EU-Bewerber für den Job gibt.

Asylbewerber können sich für eine Lehre bewerben, ebenso für Praktika im Rahmen einer Schul- oder Berufsausbildung oder eines EU-geförderten Programms sowie für eine Beschäftigung im Bundesfreiwilligendienst oder im Freiwilligen Sozialen Jahr. Während der Lehrzeit soll keine Abschiebung erfolgen. Außerdem können Asylsuchende gemeinnützige Tätigkeiten, sogenannte 1-Euro-Jobs verrichten.

Ausbildungs- und Arbeitsplatzbörsen

Workeer

Flüchtlinge könnten die Lösung für den eigenen Personalnotstand sein. Bei der brandneuen bundesweiten Onlinejobbörse “workeer.de” speziell für diese Bewerbergruppe haben bereits mehrere Arbeitgeber aus dem Raum Freiburg offene Stellen eingetragen. Die Arbeitsagentur Freiburg sagt, sie mache sehr gute Erfahrungen mit der Vermittlung von Flüchtlingen. Die Internet-Stellenvermittlungsplattform Workeer für Flüchtlinge ist ein Projekt im Rahmen des Kommunikationsdesignstudiums von zwei Berlinern, das bundesweit Aufmerksamkeit erregt hat. Dort können Arbeitgeber offene Stellen und Flüchtlinge ihre Bewerberprofile einstellen.

Jobbörse

Die Jobbörse bietet auch Jobs für Geflüchtete an. 
Geflüchtete finden auf der Webseite aktuelle Jobs für Geflüchtete und können zusätzlich ihr Bewerbungsprofil kostenlos eintragen. Die Stellenangebote werden passend zum Bewerberprofil selektiert und passende Jobs werden regelmäßig per E-Mail an registrierte Bewerber geschickt.
Für Arbeitgeber gibt es einen Leitfaden mit wichtigen Fragen zum Thema „Ausbildung bzw. Beschäftigung von Flüchtlingen“, sodass interessierte Arbeitgeber alle wichtigen Aspekte bei der Beschäftigung berücksichtigen können.

Weiterführende Links


Flüchtlingskinder und Kitas - was ist zu tun?

Die Sozialbetreuung vor Ort hilft, für jüngere Kinder einen Kindergartenplatz zu finden. Bisher musste abgeklärt werden, ob die Familien kurzfristig von einer Wohnsitzverlegung betroffen waren. In Müllheim hat die Lage nun Bestand. Alle Kinder wohnen hier fest und sind ins Regelangebot der Kigas- und Kitas integriert. Alle Kinder gehen in die passenden Schulen.

Für Kinder von Flüchtlingsfamilien besteht grundsätzlich ab dem 1. Lebensjahr ein Anspruch auf Förderung in einer Tageseinrichtung im Umfang des sogenannten “bedarfsunabhängigen Grundanspruchs”. Dies entspricht der “Regelgruppe” im Kindergarten / in der Kinderkrippe oder – falls nicht vorhanden – der geringsten angebotenen Betreuungsform der Einrichtung. Die einzige zu erfüllende Voraussetzung ist der Bezug von Asylbewerberleistungen, damit der rechtmäßige Aufenthalt der Familien im Landkreis sichergestellt ist.

Bietet die Tageseinrichtungen verschiedenen Gruppenformen an und die Familie wünscht eine längere Betreuung als die der geringsten Betreuungsform, sind die Zusatzkosten von der Familie selbst zu tragen. Ein Zuschuss des LRA ist in diesem Fall nur innerhalb des Grundanspruchs möglich.

Sofern die Kindeseltern beispielsweise berufstätig sind oder einen Sprachkurs besuchen und daher nicht selbst für die Betreuung zur Verfügung stehen, kann auch eine Betreuung über den Grundanspruch hinaus geprüft werden. Dieselbe Regelung gilt auch für Kinder, die das erste Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Für die Antragsstellung ist das entsprechende Antragsformular auszufüllen – sofern die Eltern aber Schwierigkeiten beim Verstehen der Fragestellungen haben, reicht auch ein kurzes formloses Antragsschreiben, aus dem die Personendaten aller Familienmitglieder sowie das Sorgerecht ersichtlich sind. Zudem wird eine Kindergartenbescheinigung benötigt sowie, falls vorhanden, eine Kopie des aktuellen Asylbewerberleistungsbescheides. Die Informationen zum Asylbewerberleistungsbezug können die zuständigen Mitarbeiter/-innen des Kreisjugendamtes auch hausintern bei der zuständigen Stelle erfragen.

Alternativ können Flüchtlingskinder zwischen 1 und 3 Jahren auch in Tagespflege gefördert werden, sofern die Förderung auf längere Sicht geplant ist und von einer qualifizierten Tagespflegeperson durchgeführt wird. Der bedarfsunabhängige Grundanspruch hierfür beträgt mindestens 2 × 4 Stunden oder 3 × 3 Stunden pro Woche und höchstens 5 × 4 Stunden pro Woche. Pro Betreuungsstunde kann ein Pflegegeld in Höhe von 5,50 Euro gewährt werden.

Ab Vollendung des 3. Lebensjahres ist die Förderung in Tageseinrichtungen vorrangig.


Flüchtlingskinder und Schule - was ist zu tun?

Kinder von Asylbewerbern werden 6 Monate nach Einreise in das Bundesgebiet schulpflichtig.

Die Sozialbetreuung vor Ort hilft, eine geeignete Klasse zu finden. Hier muss zunächst abgeklärt werden, ob die betroffenen Familien kurzfristig von einem Auszug betroffen sind oder sein werden. Dies ist deshalb wichtig, damit keine Vermittlung in Schule/Kindergarten erfolgt, welche bei einem kurzfristigen Umzug unter Umständen wieder aufgelöst werden müsste.

Sofern die Familien nicht auf der unmittelbaren Auszugsliste stehen, kann der Kontakt zu den örtlich zuständigen Schulen hergestellt werden.

Schulen können für Kinder mit ausländischen Wurzeln sogenannte Vorbereitungsklassen (VKL) einrichten. Diese müssen im Vorfeld beim Schulamt beantragt werden. Für Jugendliche von 16-21 Jahren gibt es darüber hinaus die sog. “VABO-Klassen” (Vorbereitung Arbeit Beruf ohne Deutschkenntnisse). Die Georg-Kerschensteiner-Schule bietet eine solche Klasse an, für welche die Plätze jedoch begrenzt sind.

Förderschwerpunkt ist die Vermittlung der deutschen Sprache.

Nach maximal 12 Monaten sollen die Schüler in die Regelklassen integriert werden.

In Müllheim besuchen alle Kinder Kindergärten, gehen in die Grund-, Gemeinschafts- oder Realschule oder besuchen eine der Vorbereitungsklassen in einer der beruflichen Schulen.

Schülerbeförderung

Träger der Schülerbeförderung ist der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Die Übernahme von notwendigen Schülerbeförderungskosten ist im Rahmen der geltenden Satzung des Landkreises möglich. Verkürzt: ab einer Mindestentfernung von 3 km (§ 3 Abs. 1) oder – bei weniger als 3 km – bei Vorliegen einer „besonderen Gefahr des Schulwegs“ (§ 3 Abs. 4). Ggfs. kann eine Eigenanteilspflicht (weiterführende Schulen) bestehen.

Im Falle eines Umzugs entfällt diese Grundlage und der Schulweg muss neu geprüft werden (3 km oder “besondere Gefahr”).

Weiterführende Schulen (unterhalb 3-km-Grenze)

  • Gemeinschaftsschule Adolph-Blankenhorn und Albert-Julius-Sievert-Förderschule befinden sich im selben Schulzentrum wie die MFW-Grundschule (Goethestraße 20-22)
  • Alemannen-Realschule und Markgräfler Gymnasium (beide Bismarckstraße)
    Busverbindung: Bahnhof bis Haltestelle Evangelische Kirche (Fußweg über Goethestraße 330 m)
  • Freie Waldorfschule (Am Zirkusplatz 1) bis Haltestelle Evangelische Kirche, Goethestraße
  • Berufliche Schulen (Gewerbliches, Technisches, Hauswirtschaftliches Gymnasium und Kaufmännische Schulen, Nussbaumallee 6) bis Haltestelle Verkehrsamt, Nussbaumallee

 

Situation in Müllheim

Im April 2018 gab es eine Nutzungsänderung der bisherigen Gemeinschaftsunterkunft (GU) für mindestens ein Jahr. Die Nutzungsmöglichkeit wurde gerade bis 2021 verlängert. Nun wohnen im Gästehaus Bauer geflüchtete Menschen in der Anschlussunterbringung (AU). Dort leben 48 Personen (Stand April 2020).

In weiteren städtischen Wohnungen oder auf dem freien Wohnungsmarkt leben aktuell insgesamt rund 250 Flüchtlinge in Müllheim und den Ortsteilen. Von 120 sind die Asylverfahren abgeschlossen. Viele warten noch auf ihre Bescheide, denn das Asylverfahren ist oft ein sehr langwieriger Prozess, der Jahre gehen kann.

Das Leben im ehemaligen Hotel Bauer zu Corona-Zeiten

Es leben ca. 300 Migranten in Müllheim, darunter fast 50 im ehemaligen Hotel Bauer am Bahnhof. Bedingt durch die Corona Krise werden seit Ende März keine neuen Zuteilungen durch den Landkreis an die Gemeinden vorgenommen.

Während der jetzigen Pandemie macht man sich große Sorgen vor allen Dingen um die am ehemaligen Gästehaus Bauer untergebrachten Geflüchteten, die eng zusammenleben.

Bislang ist es durchaus gelungen, durch gezielte Werbung und mit Hilfe der ehrenamtlichen Mitarbeiter vom Verein Zuflucht Müllheim e.V. hygienische Maßnahmen in Fahrt zu bringen. Unzählige Flyer in verschiedenen Sprachen sind bereits verteilt worden.

Es klappt zunehmend besser mit dem Thema „Abstand halten“. Doch dies wird durch die Gemeinschaftsküche und den gemeinsamen Waschraum oft noch erschwert.
Viele der Bewohner telefonieren regelmäßig per WhatsApp mit Freunden und Verwandten aus dem Ausland, die sie auch ständig auf dem Laufenden halten. Einige machen sich große Sorgen um Familienangehörige aus dem Heimatland, wo das Gesundheitssystem noch prekär ist. Auch dies trägt zur Sensibilisierung bei.

Mit dem aktuellen Kontaktverbot haben es viele von ihnen nicht leicht. Viele benötigen Übersetzungshilfe und Beratung bei der Alltagspost und dem Erledigen der alltäglichen Verwaltungssachen. Der Integrationsmanager hilft per Telefon, denn es gibt zurzeit wegen der hohen Ansteckungsgefahr eingeschränkte Kontakte zu Helfern, Anwälten, Lernpaten Sozialarbeitern, etc. Es besteht die Gefahr, dass zum Beispiel wichtige Fristen bei notwendigem Widerspruch leider oft versäumt oder nicht eingehalten werden.

Hinzu kommt, dass Geflüchtete mit Vorerkrankungen momentan große Schwierigkeiten bei der Fortsetzung der ärztlichen Behandlungen haben, da viele Praxen in der jetzigen Corona Krise überlastet sind. Ehrenamtliche Helfer halten den telefonischen Kontakt hier besonders.

Grundsätzlich sind die Flüchtlinge über den Ernst der Lage durch die Medien und die den Integrationsbeauftragten sowie den Hausmeister vor Ort gut informiert.


Entwicklung der Asylbewerberzahlen in Müllheim

Bereits seit November 2013 wurden im Dekan Doleschal Haus Flüchtlinge untergebracht, zunächst 10 Asylbewerber aus Gambia. Mittlerweile haben die Asylbewerber, die aktuell im Dekan Doleschal Haus lebten, alle den Status der „Anschlussunterbringung“ und wurden im Frühjahr 2017 in städtischen Wohnungen umgezogen.

November 2014 – Februar 2015: Zusätzliche Unterbringung von 60 Asylbewerbern in der Sporthalle der Kaufmännischen Schulen Müllheim

März 2015 – Unterbringung von zunächst 80, aktuell gut 130 Personen (Stand 10.09.2015) in der Gemeinschaftsunterkunft im ehemaligen Gästehaus Bauer

Dezember 2015 wurden etwa 80 Personen in der Behelfsunterkunft Am Schaftstein Runs untergebracht.

Ab Sommer 2016 wurden vor allem Familien in städtische Wohnungen umgezogen und die Menschen aus den teilweise sehr schadhaften Containern ins Gästehaus Bauer umgesetzt. Manch einer musste leider in eine Nachbargemeinde verlegt werden.

Die Entwicklung in der Anerkennung der Asylanträge führte dazu, dass mehr und mehr Familien und Einzelpersonen aus dem Gästehaus Bauer 2016/2017 ausziehen und in städt. Wohnungen einziehen konnten.

Neu zuteilte Geflüchtete konnten bis Februar 2018 mit anerkanntem Status weiterhin direkt in Anschlussunterbringungen in städtischen Wohnungen eingewiesen werden.

Seit April 2018 liegt das Augenmerk der Zugeteilten nach Müllheim seitens des Landratsamtes nicht mehr auf dem Status “anerkannt” oder “nicht anerkannt”, sondern wird durch die Länge des Aufenthalts der Menschen bestimmt.


Wie lange bleiben die Flüchtlinge in Müllheim?

Nach Aussage des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge lag die durchschnittliche Gesamtverfahrensdauer bei Asylverfahren in Baden-Württemberg im ersten Halbjahr 2015 bei 6,7 Monaten.

Die rechtlichen Möglichkeiten als “Flüchtling” in Deutschland ein Aufenthaltsrecht geltend zu machen sind sehr verschieden. So kann ein Flüchtling einen Asylantrag stellen oder aber auch Gründe vortragen, die zu einem befristeten Duldungsaufenthalt führen können. Manche Flüchtlinge werden im Rahmen eines humanitären Aufnahmeprogramms in Deutschland aufgenommen. Andere Personen sind zwar aus ihren Heimatländern geflohen, kommen aber als Studenten, Familienangehörige oder Arbeitnehmer zu uns. Aus all diesen verschiedenen Aufenthaltsrechten leiten sich andere Folgerechte ab, zum Beispiel in Bezug auf die Aufenthaltsdauer oder den Zugang zum Arbeitsmarkt.

Die meisten Personen, die als Flüchtlinge in Wohnheimen untergebracht sind, sind Asylbewerber oder Personen mit einer Duldung.

Genauso unterschiedlich wie die Fluchtgründe sind auch die Aufenthaltszeiten von Flüchtlingen in Deutschland. Wie lange Flüchtlinge in Müllheim bleiben, hängt von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Dauer des Asylverfahrens, der Situation im Herkunftsland, der familiären Situation oder auch den gesundheitlichen Umständen.

Ausländerinnen und Ausländer, die kein Aufenthaltsrecht (mehr) haben, werden zur Ausreise aufgefordert und gegebenenfalls, von der Ausländerbehörde in ihr Herkunftsland oder einen anderen sicheren Drittstaat zurückgeführt.


Wohnraumnot in Müllheim

Die Notlage des Wohnungsmangels in Müllheim erschwert auch die Integration der Familien und Alleinstehenden mit Fluchthintergrund auf dem freien Wohnungsmarkt. Auch bei der Stadt mangelt es durch zwingende Renovationen notwendigen Räumungen dreier städt. Gebäude an Wohnungen. Wir starten deshalb einen erweiterten Aufruf: Wenn Sie freien Wohnraum haben, bitte melden Sie sich bei der Flüchtlingsbeauftragten. Für 1-3 Jahre mieten wir als „Mietpaten“ die Wohnungen. Mietzahlungen sind gesichert und Sie haben einen als Vermieter Ansprechpartner bei der Stadt, falls irgendwelche Probleme auftauchen!


 

Integrationsarbeit der Stadt Müllheim

Müllheim ist eine offene Stadt, die Toleranz, Verständigung und ein gutes Miteinander mit ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern pflegt. Rund 2500 Menschen mit Migrationshintergrund oder Zuwanderungsgeschichte aus 62 Ländern leben derzeit in der Kernstadt und in den Ortsteilen. Müllheim will allen Menschen, gleich welcher Herkunft, eine gute Heimat sein. Die Stadtverwaltung fördert und unterstützt deshalb Programme und Aktionen in der Integrationsarbeit und die Weiterentwicklung der gelebten Willkommens- und Anerkennungskultur.

Mit der zunehmenden Zahl an Flüchtlingen, die sich mit ihrem Bleibestatus in Müllheim eine Perspektive für ihr Leben in Deutschland aufbauen wollen und sollen, hat die Stadt 2016 die Stelle einer “kommunalen Flüchtlingsbeauftragten” geschaffen. Als Schnittstelle zum Landkreis, den Fachdiensten und dem Ehrenamt kümmert sich diese Stelle um eine erfolgreiche Integration der in Müllheim lebenden Flüchtlinge.

Kommunaler Integrationsbeauftragter

Seit 01.07.2019 ist Herr Amadou Diallo als kommunaler Integrationsbeauftragter bei der Stadt Müllheim tätig. Er führt die Arbeit von Frau Angelika Czajor fort, die zuvor drei Jahre lang die kommunale Flüchtlingsbeauftragte war.

  • Zentrale Anlauf-, Beratungs- und Koordinierungsstelle für alle Flüchtlingsangelegenheiten der Stadt Müllheim
  • Aufbau eines Netzwerkes mit den Beratungsdiensten des Landratsamtes des Breisgau Hochschwarzwaldes und den Fachdiensten der Wohlfahrtverbände und allen Städtischen Institutionen des Förder- und Bildungswesens für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
  • Schnittstelle der Stadt zu ehrenamtlichen Helfern
  • Ansprechpartner/in für die Bürgerinnen und Bürger
  • Einführung eines transparenten und leicht zugänglichen Integrationsangebotes
  • Initiierung von integrativen Projekten
  • Mitglied in lokalen Fachgremien in Müllheim und im Landkreis

 

Helfen und Spenden

Wie kann ich konkret helfen? Arbeit als Ehrenamtliche

In Müllheim wird die Willkommenskultur für Flüchtlinge groß geschrieben. Dies hat die Stadt Müllheim vor allem auch seinem sehr engagierten Helferkreis zu verdanken, der sich mittlerweile die Rechtsform eines Vereins gegeben hat.

Verein Zuflucht Müllheim e.V.

Der Verein Zuflucht Müllheim e.V. und das Netzwerk Beistand suchen Menschen aus Müllheim und der Region, die sich bei der Betreuung einzelner Flüchtlinge engagieren wollen. Inzwischen gibt es drei Arbeitsgruppen bei Zuflucht, die sich den Themen: Arbeitsvermittlung, Sprache und Gesundheit widmen.

Mirjam Egel
info@zuflucht-muellheim.de

Netzwerk Beistand

Hier haben sich ehrenamtlich Tätige aus dem Helferkreis zusammengetan, die sich auf eine begleitende und integrierende Beziehung mit einem oder mehreren Flüchtlingen eingelassen haben. Sie engagieren sich in der Betreuung von Einzelpersonen. Kontakt: beistand@posteo.de

Wollen Sie keinem Verein beitreten, können Sie auch in den Patenmodellen der Integrationsbeauftragten mitmachen. Zum Hausaufgaben machen, Lesen, Instrumente spielen etc. Melden Sie sich dazu bei der Stadt.

Markgräfler Tafel e.V.

Sie versorgt mit ihren Verkaufsläden in der Klosterruns Straße und in Neuenburg sowie den mobilen Verkaufswägen in den Umlandgemeinden die Flüchtlinge, die ebenso wie deutsche Bedürftige auf günstige Lebensmittel angewiesen sind. Für ihre umfangreichen Aufgaben benötigt die Markgräfler Tafel viele ehrenamtliche Mitarbeiter im Laden, bei Fahrdiensten, bei Veranstaltungen und bei praktischen Tätigkeiten, sowie als Berater.

Ingeborg Weber
Tel. 07631-16659
tafelladen-muellheim@t-online.de


Geldspenden, Sachspenden

Verein Zukunft Müllheim e.V.
Volksbank Müllheim
IBAN: DE56 6809 1900 0078 4184 00, BIC: GENODE61MHL

Markgräfler Tafel e.V.
Sparkasse Markgräflerland
IBAN: DE86 6835 1865 0108 0253 13, BIC: SOLADES1MGL
Volksbank Müllheim
IBAN: DE39 6809 1900 0076 1491 00, BIC: GENODE61MHL

Die Spender bekommen eine Spendenbescheinigung ausgestellt. Bis zu einem Betrag von 100 EUR akzeptieren die Finanzämter die Buchung auf dem Kontoauszug. Für Beträge die darüber liegen, werden Spendenbescheinigungen ausgestellt.

Sachspenden

Weder der Verein Zuflucht noch die Stadt nehmen im Moment mangels Bedarf Spenden an. Gelegentlich klappen Direktvermittlungen von Möbeln. 
Melden Sie sich doch bei der Integrationsbeauftragten der Stadt.

Spenden können direkt an die entsprechenden Einrichtungen in Müllheim gegeben werden, die nicht nur die Flüchtlinge, sondern auch andere bedürftige Menschen in Müllheim und Umgebung versorgen. Zum Beispiel bei:

Topf und Teller (Caritasverband)
Sozialkaufladen für Gebrauchtgeschirr und Hausrat
Moltkestraße 14
79379 Müllheim
Tel. 07631-36614-20
Mobil 0157-71536823


 

Internationaler Beirat

Der Internationale Beirat ist die aus demokratischer Wahl hervorgehende Interessenvertretung der Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund in einer Kommune und wird für fünf Jahren gewählt.

Chronik, Mitglieder, Kontakt

2004 wurde der heutige Internationale Beirat als „Beirat der in- und ausländischen Mitbürger in Müllheim“ ins Leben gerufen. Er wurde in der Vergangenheit eingesetzt, um Ausländern, die nicht Deutsch im Sinne von Artikel 116 des Grundgesetzes waren, eine kommunalpolitische Beteiligung zu bieten. Heute besitzen viele Müllheimer Bürger mit Migrationsgeschichte die deutsche Staatsangehörigkeit und Unionsbürger sind wahlberechtigt.

Mit der anhaltenden Aufnahme von Flüchtlingen seit Nov 2014 in Müllheim verändern sich die Herausforderungen, die zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund bewältigt werden müssen.

Daher hat der Gemeinderat am 12.07.2017 eine neue Geschäftsordnung für den Internationalen Beirat beschlossen. Der Internationale Beirat hat nun den Status eines beratenden Ausschusses des Gemeinderates.

Insbesondere will sich der Internationale Beirat künftig dafür einsetzen, dass eine Gleichbehandlung von Menschen mit Migrationshintergrund die schon lange hier leben, und den Flüchtlingen erreicht wird.

Mitglieder

Dem Internationalen Beirat gehören zehn Vertreter/innen aus den Reihen des Gemeinderates als gewählte Mitglieder an. Die Zahl der Sitze entspricht dabei der Fraktionsstärke. So haben die CDU-Fraktion und die Freien Wähler jeweils drei Sitze, die SPD und ALM/Die Grünen jeweils zwei Sitze. Für die Christdemokraten gehören Michael Herbstritt, Thomas Kreth und Ulli Waldkirch dem Gremium an. Für die Freien Wähler sitzen Christa Kotz, Armin Imgraben und Mathias Wineberger im Beirat und für die ALM/Die Grünen Dora Pfeifer-Suger und Barbara Karle. Die SPD entsendet Myriam Egel und Irina Baltes in das Gremium.

Vorsitzende des Beirats ist die Bürgermeisterin. Darüber hinaus besteht der Internationale Beirat aus neun gewählten sachkundigen Einwohner/innen mit Migrationshintergrund, die von den Stadträten geheim gewählt wurden:
Mila Bradl (Italien), Nelda Gräfin von Sponeck (USA), Roland Hess (Schweiz), Tomislav Slogar (Kroatien), Dilek Uzar (Türkei), Nemanja Vuckovic (Serbien), Fatmire Woessner (Kosovo/Albanien), Iyad Alroosan (Syrien), und Musa Nijie (Gambia). Als Stellvertreter und beratende Mitglieder fungiert Ercan Topak (Türkei).

Kontakt: Stadtverwaltung Müllheim, Ehrenamt, Senioren, Integration, Fachbereich 51

Weitere Informationen auch bei folgenden Mitgliedern des Internationalen Beirats

  • Italien: Mila Bradl, Tel. 07631-2585

  • USA: Nelda Gräfin von Sponek, Tel. 07631-937910
  • 
Schweiz: Roland Hess, Tel. 07631-2449
  • 
Kroatien: Tomislav Slogar, Tel. 07631-8436

  • Türkei: Dilek Uzar, Tel. 07631-170965

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Internationalen Beirat - GeschäftsordnungPDF
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